#WeiterLernen: Selbstorganisation in Ausnahmezeiten

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Kay Welber - YEP Stimme der Jugend

Selbstorganisation in Ausnahmezeiten

Selbstorganisation und -motivation ist schon zu normalen Zeiten keine einfache Angelegenheit und will gelernt sein. Glücklicherweise wurden in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl an Methoden und Techniken und in den letzten Jahren auch digitale Tools entwickelt, die uns dabei unterstützen!

Wie kann man in dieser herausfordernden Zeit, wenn man aus den normalen Tagesabläufen gerissen wurde, organisiert bleiben? Wir haben Tipps gesammelt, um produktiv zu bleiben und das Lernen von Zuhause aus besser zu organisieren: Wochenpläne Mach am Anfang der Woche einen Plan, was du lernen willst, welche Aufgaben du erledigen musst, wie du deine Freizeit einplanen und gestalten willst und welche sozialen Kontakte du pflegen willst. Eine praktische Methode wäre es, davor mit einer Mindmap ein Brainstorming zu machen.

Kurz-, mittel- und langfristige Ziele festlegen

Verschriftlichte Ziele (digital oder analog) können maßgeblich bei der Selbstorganisation helfen. Ziele können sehr kurzfristig sein, aber auch längere Zeiträume abdecken. Ziele können für jeden Bereich des Lebens formuliert werden.

SMART-Goals

Es gibt eine populäre und praktische Formel, welche Ziele noch wirkungsmächtiger macht: SMART-Goals! S steht für spezifisch (das Ziel sollte nicht zu allgemein sein. Orientiere dich an den W-Fragen!) M steht für messbar (In welcher Einheit wird das Erreichen des Ziels gemessen? Anzahl an Büchern, Vokabeln, Wiederholungen beim Sport, etc.) A steht für achievable (Setze dir Ziele, die du auch erreichen kannst) R steht für relevant (Ist das Ziel genau jetzt wichtig oder dringend? Wesentlich, um die nötige Motivation aufzubringen.) T steht für time-based (Das Ziel soll innerhalb eines gewissen Zeitrahmens erfüllbar sein.)

Beispiel: Bis Freitag werde ich es schaffen, 5 Klimmzüge am Stück zu machen, um mich fit zu halten.

RIGHT-Goals

Eine weitere Formel (aufgestellt von Jeff Spencer), die Ziele auf das nächste Level hebt: RIGHT-Goals! R steht für Relevanz (Bringt dich das Ziel in einem Bereich deines Lebens weiter?) I steht für Indikatoren (Was zeigt deinen Fortschritt an?) G steht für Gravitationskraft (Was zieht dich zur Erfüllung dieses Ziels?) H steht für Höhe (Wie "hoch" ist das Ziel? Ist es überhaupt herausfordernd genug?) T steht für Zeit (Ist es die richtige Zeit für genau dieses Ziel? Habe ich genug Zeit, um das Ziel zu erreichen? Ist der Zeitraum richtig gewählt und überkreuzt sich nicht mit anderen Ereignissen oder Aufgaben?)

Sind deine Ziele SMART oder RIGHT? Ob sie es sind oder nicht, über deine Ziele nachzudenken und aufzuschreiben hilft dir, eine Tagesstruktur zu erstellen und alle deine Aufgaben unter einen Hut zu bekommen!

Verbindlichkeiten schaffen Wenn du deine Ziele mit anderen teilst, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Aufgaben auch wirklich erfüllst!

Alte Hobbies wiederbeleben Hast du irgendwelche Hobbies, denen du schon ewig nicht mehr nachgegangen bist? Was ist mit dem Instrument, das du als Kind gelernt hast und jetzt endlich wieder spielen könntest? Und hast du nicht früher so viel gelesen? Das ist der perfekte Zeitpunkt, um alte Hobbies und Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen!

Gestaltung des Arbeitsplatz Innen ist außen und außen ist innen. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz hilft, um auch sich selbst gut zu strukturieren. Außerdem ist plötzlich wieder Platz da, um Hefte und Bücher aufzuschlagen. Ein großer Tipp ist, bestimmte Bereiche im Zimmer oder der Wohnung für bestimmte Aufgaben zu reservieren. Zum Beispiel könnte man am Esstisch Rechnungen lösen und auf dem Sofa Vokabel lernen.

Pomodoro-Methode Die Pomodoro-Methode dient dazu, die eigene Arbeits- und Lernzeit effizient einzusetzen. Dabei nutzt man eine Stoppuhr/Timer, den man auf 25 Minuten einstellt. Anschließend werden alle Browsertabs, Unterlagen, Bücher und so weiter, die gerade nicht notwendig sind, beiseite geräumt oder geschlossen. Übrig bleibt die (selbstgewählte/zu erledigende) Aufgabe vor einem, die mit vollem Fokus 25 Minuten lang bearbeitet wird. Sei es eine E-Mail zu schreiben, ein Kapitel zu wiederholen oder Vokabel zu lernen. Danach folgen 5 Minuten Pause, die beliebig (am besten mit angenehmen Tätigkeiten) genutzt wird, bevor dann die nächsten 25 Minuten wieder für fokussiertes Lernen/Arbeiten genutzt werden. Diesen Ablauf kann man mehrmals wiederholen, allerdings sollte nach der dritten 25-minütigen Arbeitssession die Pause zumindest auf 10 Minuten verlängert werden.

Mindmapping Mindmaps werden in allen möglichen Kontexten eingesetzt. Zum Beispiel beim Brainstorming, bei Planungen oder sogar als Mitschrift im Unterricht kommen Mindmaps zum Einsatz. Im Grunde geht es darum, Gedanken grafisch festzuhalten, zu ordnen und neu zu strukturieren. Bei Mindmaps gibt es einen zentralen Begriff in der Mitte des Blattes von dem, mit Linien verbunden, andere Wörter, Sätze und Begriffe verbunden werden. Ein Tipp ist es, ein weißes Blatt zu verwenden (kein liniertes oder kariertes).

Fazit

Es gibt zahlreiche Methoden, Techniken und Tricks, die uns dabei helfen, in dieser Ausnahmezeit - in der Lernen und Unterricht vom Klassenraum auf unsere verschiedenen Bildschirme verschoben wurde - produktiv zu sein und sowohl Lernaufgaben, aber auch ganz persönliche Ziele zufriedenstellend zu erreichen. Am allerwichtigsten bei der Selbstorganisation ist das Selbst: Mach das, was für dich gut funktioniert!


Kay Welber - YEP Stimme der Jugend

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